Von der Oberen Hauptstraße aus biegt man in die stark abfallende, enge Lindenstraße ein (Foto 01). Rechter Hand erblickt man den stattlichen Lochbauernhof, einer der drei Höfe, die bereits 1231 im Besitzverzeichnis erwähnt sind. Links folgt der Bonhart – hochdeutsch Bodenhart – mit seinem liebevoll gepflegten Anwesen und stilvollem Haus.
Als letztes Anwesen an der Lindenstraße steht der Hof vom Böhm; dort befand sich einst das Gemeindebad, dessen Wasser aus den nahegelegenen Erdschichten, einer noch immer sprudelnden Quellen, stammte. An dieser Kreuzung, mit dem schönen Feldkreuz (Foto 02), trifft von links eine Schotterstraße, die Straße Am Anger, vorbei am Fischteich und dem stets gepflegten Obstgarten, auf den Weg; von dort kommend biegen viele Wanderer in die Lindenstraße ein. Dort wo jetzt der Teich ist, wuschen sich einst die Hohenrieder.
Hier angekommen eröffnet sich, von der Bank unter der großen Erle aus, eine herrliche Aussicht auf den nordöstlichen Teil von Hohenried, wo viele neue Häuser entstanden sind (Foto 03). Die Jugendlichen dort, viele aus Hohenried, haben sich zu einer sehr freundschaftlichen Gemeinschaft zusammengefunden, die sich auch in schwierigen Zeiten für Familien bewährt hat.
Der alte Apfelbaum an der Linksbiegung des Weges ist zwar abgestorben, darf jedoch weiterhin, als Dank für seine einstigen Gaben, würdevoll die Landschaft bereichern (Foto 04). Folgt man der geteerten Flurstraße, biegt also nicht rechts zu Sportplatz, Stockbahn und Jugendtreff ab, begegnet man überall der naturbelassenen Wildnis, durch die man den Wasserturm erspähen kann (Foto 05); links bei der Lichtung lassen sich die roten Dächer der Kirche und der schöne Ortsrand erkennen (Foto 06).
Der interessierte Wanderer wird bei jedem Schritt von der Fülle der Natur berauscht. Der Wegesrand ist von unzähligen Pflanzen, wie dem Springkraut aber auch von Holunder geschmückt; von Juli bis November blüht hier die himmelblaue Wegwarte (Foto 07). Im Wald dominieren Kiefern, Fichten, Eichen und Lärchen (Foto 08). In der Ferne hört man manchmal eine Motorsäge; ein Bauer hat offenbar den gefährlichen Borkenkäfer entdeckt und muss schnellstens den befallenen Baum entfernen.
Die abgeernteten Getreidefelder sind im August bereits wieder bestellt, neue Triebe sprießen hervor. Mais und Kartoffeln links und rechts zeigen sich trotz der extremen Hitze und Trockenheit des Sommers 2026 erstaunlich gut in Schuss – ein Zeichen für umsorgte Bodenbeschaffenheit durch eine sehr fachkundige Landbewirtschaftung (Foto 09).
Die prächtige Linde in der Senke, am Ende meiner kurzen Wanderung, gab der Straße ihren Namen. Sie muss schon sehr alt sein, sie wirkt seit jeher riesig, erhaben und schön (Foto 10). Neben ihr, unter der im Vergleich zierlich erscheinenden Birke, steht ein herrliches Feldkreuz mit dem geschnitzten Korpus des Gekreuzigten und der Gottesmutter darunter. Vor langer Zeit vom Bonhart aufgestellt und liebevoll gepflegt, gibt das Kreuz mit der Bank davor dem Wanderer Gelegenheit zum Ausruhen und für ein Stoßgebet (Foto 11).
Wählt man den geraden Weg, führt dieser auf die Straße nach Pobenhausen. Den linken Weg nehmend, sieht man nach einiger Zeit drei prächtige Höfe: den Hauserbauern, den Ferdlhof und den Andräbauer.
Sepp, August 2026